eJIT Truck beim Oldtimertreffen in Werdau

Die rund 10.000 Besucher des 21. IFA -Oldtimertreffens für Nutzfahrzeuge in Werdau staunten am 28. April 2018 nicht schlecht, als Ihnen neben historischen Veteranen der Landstraße auch ein Elektro-Lkw der neuesten Generation präsentiert wurde, der bei der Firma Schnellecke im Werksverkehr zum Einsatz kommt. Der LKW vom Typ MAN ist mit vier Batterien bestückt und besitzt eine Reichweite von ca. 80 km unter Volllast (40t). Zur Pressemitteilung

Presse: “Hochautomatisiertes Lkw-Fahren auf der Autobahn und in der Stadt” in der “ATZ” im Januar 2018

Im Gegensatz zu Pkw stellen Nutzfahrzeuge durch ihre Länge und Mehrgliedrigkeit bei Fahrerassistenzsystemen ganz besondere Anforderungen. Im Forschungsprojekt eJIT untersuchte IAV an einer Prototyp-Sattelzugmaschine unter anderem, wie mit diesen Systemen hochautomatisiert von Laderampe zu Laderampe gefahren werden kann. Zum Artikel

Presse: “Pilotfahrzeug bei VW in Zwickau im Einsatz” auf electrive.net im Dezember 2017

Bei Porsche Leipzig wird seit Juni der erste Elektro-Lkw im Rahmen des Forschungsprojekts zur Just-in-Time-Belieferung eingesetzt. Ein weiterer E-Lkw für Volkswagen Sachsen ist nun auch in Zwickau unterwegs. Im Video erhalten Sie Fahreindrücke vom Strom-Laster und Hintergrundinformationen zum Projekt. Zum Artikel

Presse: “Elektro-Sattelzüge und Elektro-LKWs von Framo in Deutschland und Österreich unterwegs” auf oekonews.at im November 2017

Die Framo GmbH, Hersteller von elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen, kann sich über den unterschiedlichen Einsatz mehrerer ihrer Elektro-LKWs freuen. Im Rahmen des Forschungsprojekts “eJIT – Just-in-Time-Logistiksystem auf elektromobiler Basis” sind die Elektro-40-Tonner bei VW in Zwickau und bei Porsche in Leipzig im Einsatz. Zum Artikel

Presse: “Die Logistik wird elektrisch” auf dialog-energie-zukunft.de im Oktober 2017

Bei Diskussionen über die Zukunft der Mobilität steht meist der Pkw im Mittelpunkt. Etwas stiefmütterlich wird hingegen der Gütertransport behandelt. Ein großer Fehler – denn angesichts der aktuellen Diesel-Diskussion und der steigenden Beliebtheit des Online-Shoppings sind auch hier dringend neue Lösungen gefragt. Vor allem auf der letzten Meile können elektrische Antriebe schon bald eine echte Alternative sein, wie das Förderprojekt eJIT beweist. Zum Artikel

Presse: “Forschungsprojekt eJIT” in der Fachzeitschrift “eurotransport/lastauto omnibus” im September 2017

Forschungsprojekt eJIT: VW und Porsche setzen elektrische Zugmaschinen ein

VW und Porsche setzen in ihren Werken in Zwickau und Leipzig zwei elektrische Zugmaschinen des Automobilentwicklers IAV aus Sindelfingen ein. Das Forschungsprojekt eJIT ist auf drei Jahre angelegt.

Ein komplett batteriebetriebener und damit vollelektrischer 40-Tonner, ohne einen Verbrennungsmotor als Range Extender oder eine Brennstoffzelle als chemischer Energielieferant – diesem Zukunftskonzept wird bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Zu ausgeprägt scheint der Energiehunger einer ausgewachsenen Sattelzugmaschine, zu groß der Platzbedarf und das Gewicht einer entsprechend leistungsstarken Batterie. Eigentlich. Denn die IAV GmbH, Porsche, Volkswagen, Schnellecke Logistics und das Netzwerk der Automobilzulieferer Sachsen stellten im Rahmen ihres auf das Kürzel "eJIT" getauften Forschungsprojekts kürzlich zwei mit einer Straßenzulassung versehene Elektro-40-Tonner vor – und das im Beisein des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), das das Projekt finanziell unterstützt.

Der Automobilentwickler IAV aus Sindelfingen bei Stuttgart baute die vollelektrischen Sattelzugmaschinen auf MAN-Basis auf und stattete sie mit 144-kWh-Batterien aus.

Intelligente Ladetechnik für wirtschaftliche Nutzbarkeit

Die mobilen Stromlieferanten sind am Rahmen zwischen Vorderrad und Hinterachse angebracht, Dieseltanks und Druckluftbehälter mussten weichen. Je Lkw werden zwei E-Motoren mit einer Dauerleistung von je 140 kW und einer bis zu 30 Sekunden abrufbaren Peakleistung von 160 kW eingesetzt, das maximale Drehmoment beziffert IAV auf je 600 Newtonmeter. Insgesamt sind die Trucks damit bis zu 320 kW und 1.200 Newtonmeter stark. Mittels eines Summiergetriebes, das die Kraft beider E-Maschinen auf die Kardanwelle führt, wird die Hinterachse angetrieben. Die Gesamtübersetzung ist dabei unterschiedlich gewählt: Während der in Leipzig eingesetzte E-Lkw bis zu 85 km/h schnell wird, ist der in Zwickau aktive Versuchsträger auf ein höheres Moment an der Achse ausgelegt. Die Reichweite der im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw um etwa 400 Kilogramm schwereren Zugmaschinen geben die Projektpartner mit 70 Kilometern an.

Damit die Elektro-Trucks trotz dieses knappen Aktionsradius ebenso wirtschaftlich wie sinnvoll eingesetzt werden können, sind die Automobilwerke mit einer intelligenten Ladetechnik versehen. In Zwickau wird die Sattelzugmaschine mittels 150 kW starker DC-Schnellladung während des zehnminütigen Stopps an der Verladerampe mit elektrischer Energie versorgt, in Leipzig arbeitet der Lkw dank regelmäßiger Ladevorgänge während planmäßiger, circa 45 Minuten langer Wartezeiten gar im Dreischichtsystem. Eine zweite Ausbaustufe der E-Trucks ist bereits in Vorbereitung: 2018 soll der Sattelzug im Porsche-Werk Leipzig hochautomatisiert fahren. Der E-Lkw in Zwickau wird mit einem automatisierten Rangiersystem für das Andocken an den Verladerampen ausgestattet. Seit Anfang 2016 arbeiten die Projektpartner nach eigenen Angaben bereits an der Elektrifizierung von Lkw. Ziel ist es, Lärm und Emissionen an Automobilstandorten zu reduzieren. Das Projekt eJIT ist Teil des Technologieprogramms "Informations- und Kommunikationstechnik für Elektromobilität III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen" des BMWi.

Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 09/2017.
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